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Es ist mir eine große Ehre einen Gastartikel für den Blog meines sehr geschätzten Freundes Hauke Storm schreiben zu dürfen, ich danke dir für diese einmalige Gelegenheit! Heute schreibe ich über meinen Heimatort den ich euch näher bringen möchte und mit allerlei Insiderinformationen zugänglich machen will. Ungefähr eine Stunde Autofahrt westlich von Wien, der Donau flussaufwärts folgend, befindet sich Spitz. Die 1700 Einwohner Marktgemeinde, liegt genau in der Mitte der Wachau, einem Tal entlang der Donau welches sich über 40 Kilometer von Melk bis Krems erstreckt. Die Region ist schon seit 40.000 Jahren besiedelt, was unter anderem auf die günstigen klimatischen Bedingungen und die Fruchtbarkeit des Bodens zurückzuführen ist.

das rote Tor

das rote Tor

Die Burg

Die Burg

Verspielt und ungezähmt schlängelt sich die in diesem Abschnitt noch fast unberührte Donau durch die anliegenden Weinberge. Die Schönheit und Reinheit der Natur verschlagen einem immer wieder die Sprache, man vermag fast zu sagen, dass noch ein Stück heile Welt konserviert wurde. Es bieten sich einem zahlreiche Möglichkeiten dem Charme dieses Örtchens zu erliegen. Bei einem Spaziergang zum „roten Tor“, rauf bis auf die Spitze der Weinberge, kann man einen wunderschönen Blick auf Spitz von oben erwarten. Die Geschichte besagt, dass im 30-jährigen Krieg dort eine blutige Schlacht stattgefunden hat, welche das Tor Blutrot getränkt hat. Auf solche Anekdoten trifft man in Spitz häufiger wenn man sich dem Ort mit Neugier und Entdeckungsdrang hingibt. So bietet es sich auch an die wunderschöne Pfarrkirche auf dem Marktplatz zu besichtigen, welche durch ihr gebogenes Kirchenschiff ein absolutes Unikat darstellt. Wer sich erfrischen will kann in der Donau ein Bad nehmen. Besonders lustig ist es wenn man sich vom Ponton der geschichtsträchtigen Rollfähre in die Fluten stürzt, so mache ich es seit jeher mit meinen Brüdern! (Auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist). Unverzichtbar ist auch die kleine Wanderung zur „Ruine Hinterhaus“, welche über den Dächern der Ortschaft thront. Von dieser Burg aus konnte man die Donau perfekt kontrollieren, weswegen Raubritter sie nutzten um vorbeifahrende Schiffe zu überfallen. Noch heute kann man auf den höchsten Turm der Burg steigen und einen tollen Blick auf die Donau genießen. Die Burg ist in einem guten Zustand, sodass man authentische mittelalterliche Stimmung mitnehmen kann. Wenn man gut zu Fuß ist kann man den Abstieg durch das Mieslingtal bestreiten, einem engen Tal welches einen entlang des Spitzer Baches zurück in den Ortskern führt wo man sich mit lokalen Spezialitäten stärken kann.

An der schönen Donau

An der schönen Donau

schöne Aussicht vom Tausendeimerberg

schöne Aussicht vom Tausendeimerberg

Einen besonderen Stellenwert hat in Spitz und der ganzen Wachau natürlich der Wein, welcher wegen der günstigen klimatischen und geologischen Bedingungen und der Leidenschaft der Winzer unter Weinliebhabern weltweite Bekanntheit genießt. Der Weinbau ist neben dem Tourismus auch der Hauptwirtschaftsfaktor der Region. Wer es eher alkoholfrei bevorzugt, der muss die berühmten Wachauer Marillen (österreichischer Ausdruck für Aprikosen) probieren, entweder Natur oder in Form der köstlichen Marillenknödel, einem sehr beliebten Dessert der Region. Touristen strömen jedes Jahr zu dem sehr kurzen, aber dafür umso intensiveren Naturschauspiel der Marillenblüte herbei, wenn alle Bäume in ihrer vollsten Pracht erstrahlen. Mir selbst gelingt es viel zu selten dieses wunderschöne Ereignis mitzunehmen. An der schönen blauen Donau zu stehen umgeben von blühenden Marillenbäumen ist etwas ganz besonderes was ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.

Die Burg

Die Burg

Wer mehr von der Region erkunden will, der sollte sich ein Fahrrad ausleihen (ab 10 Euro pro Tag ist man dabei) und auf diesem Wege die Gegend unsicher machen. Bestens ausgeschilderte Fahrradwege bieten einem die Möglichkeit bequem und sicher an alle umliegenden Orte zu gelangen. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall in das nur 14 Kilometer entfernte Dürnstein zu fahren, mit seiner charakteristischen blauen Kirche. Der schon fast kitschig schöne Ort mit seiner wunderschönen Altstadt hat unter anderem Berühmtheit erlang, weil der englische König Richard Löwenherz dort für eine Weile gefangen gehalten wurde, bevor ihn sein treuer Hofbarde Blondel fand, indem er vor jeder Burg ein ihm bekanntes Lied sang und auf seine Antwort hoffte. Die kam schließlich in Dürnstein und er wurde gegen ein hohes Lösegeld freigelassen. Wenn man sich sehr sportlich fühlt kann man auch bis nach Krems fahren, welches am äußersten Rand der Wachau liegt. Die kleine Stadt bietet sich für einen gemütlichen Bummel in der sehr netten Einkaufsstraße an, die sich quer durch die Stadt zieht. Wer lieber flussaufwärts radeln möchte, dem empfehle ich in das von Spitz 20 Kilometer entfernte Melk zu fahren und den dortigen Stift Melk zu besichtigen, ein herrschaftliches Kloster was eine genaue Betrachtung absolut verdient. Wer es eher Bewegungsarm mag, dem empfehle ich die besagten Orte im Rahmen einer Schifffahrt zu besuchen. Bei Speis und Trank kann man an Deck die ganze Wachau aus der „Flussperspektive“ bewundern. Ein Nonplusultra!

wunderschöne Aussicht auf die Weinberge

wunderschöne Aussicht auf die Weinberge

Die Restaurantlandschaft ist in Spitz eher überschaubar und wenn ist die Küche eher wenig berauschend, weshalb unsere Familie es bevorzugt im „Mühlberghof“ zu essen. Der Gasthof liegt auf dem Jauerling, dem mit 900 Metern höchsten „Berg“ der Region der im Winter auch zum Skifahren genutzt werden kann. Die Speisekarte besticht durch seine Auswahl verschiedener Braten durch die man sich unbedingt durchkosten muss. Abgerundet werden die Gerichte von den besten Knödeln die ich kenne (abgesehen von den selbstgemachten). Man sollte auch unbedingt nach den Torten und Kuchen fragen die momentan frisch gebacken wurden. Die Herrentorte oder die Kardinalschnitte sind immer ein Highlight! Womit wir zu einem weiteren lokalen Erzeugnis kommen, der Wachauertorte. Eine Schoko-Nuss-Torte die für mich den Geschmack der Wachau darstellt. Die beste Torte die ich kenne, sodass meine Mutter mir auf meinen ausdrücklichen Wunsch zu jedem Geburtstag eine bäckt. Diese Delikatesse bekommt man in fast jedem Gastronomiebetrieb in Spitz und muss probiert werden.

lecker Herrentorte

lecker Herrentorte

In Spitz sind die Wurzeln meines teilweise umtriebigen Lebens verankert und der Ort ist Anlaufpunkt und Mitte meines Lebens. Es empfängt einen immer mit offenen Armen und lässt einen doch nie ganz los. All diese Besonderheiten von Spitz und der gesamten Kulturlandschaft Wachau, aber auch ihre landschaftliche Einzigartigkeit, haben dazu geführt, dass die Region im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkultur-und Naturerbe erklärt wurde. Ein höheres Prädikat ist nicht zu erreichen und macht jede weitere Lobpreisung überflüssig. Spitz und die Wachau muss man gesehen und erlebt haben, in all seinen Facetten.

 

 

by Hendrik Schmidinger (Freund&Kommilitone)

27 Antworten auf Spitz- das Herz der Wachau

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